Whippets

Rasse   Zucht

 

Die Rasse

 

Whippets

Ich möchte an dieser Stelle nicht das erzählen, was man in jedem Hundebuch nachlesen kann. Zum Einen, weil Interessierte das sicher bereits schon getan haben, zum Anderen ist es vielleicht interessanter, wenn ich aus meiner Sichtweise manche Dinge ergänze bzw. sogar anders darstelle.

Früher war für mich der Begriff „Windhund“ sicher mit einem unnahbarem eleganten Geschöpf verbunden. Einen Hund den man bewundert, den man aber auf Anhieb nicht als eigenes Haustier wollen würde.
Es heißt, er wildert, folgt nicht, bleibt scheu, passt sich nicht an, lässt sich vielleicht nicht so von Kindern knuffen wie ein Goldi, zudem ist da noch das besondere Erscheinungsbild, dass auch nicht gleich jedermanns Sache ist.
Vielleicht treffen manche dieser Vorurteile auf einige Windhunde zu. Mir erscheint jedoch der Whippet als der Hund, der die Vorteile eines Windhundes mit den Vorteilen des üblichen Haushundes vereint.
Stolpert man über das Buch von Frau Bunyan („Whippet. Der richtige Hund für Sie?, Züchterin v. Superfly’s), öffnen sich einem absolut andere Aspekte. Der Whippet wird zum idealen Gefährten!
In einem Fragenkatalog werden die wichtigsten Anforderungen an den zukünftigen Hund abgehandelt:

Sucht man einen pflegeleichten, kurzhaarigen Hund, überaus gesund und langlebig, freundlich auch zu Kindern, der von mittlere Körpergröße und –gewicht ist, also überall hin mitgenommen werden kann, der keine Agressionen zeigt und kläfft, leicht zu erziehen und zu führen ist, der zuhause ruhig ist und draußen sportliche Action liebt, aber andererseits auch gut mal ohne Beschäftigung zufrieden ist, v.a. bei schlechtem Wetter, der kaum Ansprüche an Wohnungsgröße und –lage stellt, der kaum nach Hund riecht, nicht einmal mit nassem Fell und einen Hund der gerne kuschelt, aber nie aufdringlich und unangenehm wird.

Auf der Suche nach einem Hund für meinen Schwager gaben wir nach zwei Monaten auf. Optisch kam ein Whippet für ihn nicht in Frage, aber charakterlich hätte er genau das gesucht!
Wir suchten und suchten, großwüchsige Hunde werden mit zunehmenden Alter oft träge, neigen zu HD, Magendrehung u.a., werden nicht so alt, brauchen Platz, machen bei drei Kindern im Auto Probleme. Sie fressen viel, brauchen in der Wachstumsphase (sprich min. 1,5 Jahre) bestes Futter und dürfen in dieser Zeit auch nicht körperlich überfordert werden (Fahrradfahren etc.), benötigen mehr Wurmtabletten (3 bis 4-fache Menge eines kleinen Hundes) und andere Medikamente falls erforderlich, sprich kosten wesentlich mehr. Sind im Urlaub noch schlechter unterzubringen. Haben irgendwann Probleme mit dem Treppensteigen, Auto-Aus- und Einsteigen, riechen einfach mehr nach Hund und Kinder und andere Menschen, die Angst vor Hunden haben, fürchten sich noch mehr vor einem großen Hund.
Auch kleine Hunde sind nicht jedermanns Sache. Typische Vertreter wie z.B. Jack Russell Terrier sind sehr agil und brauchen viel Beschäftigung. Einmal Joggen pro Woche reicht da nicht. Zudem ist nicht nur körperliche Auslastung angesagt. Ein Terrier muss auch geistige Arbeit leisten dürfen, sonst beschäftigt er sich zunehmend selbst, was dann in Zerstörung von Gegenständen oder Garten und unkontrollierbaren Jagdtrieb ausarten kann. Wichtig ist zu wissen, dass viele kleine Hunde Solitärjäger sind. Sprich diese Hunde sind es von ihrer Natur auch nicht gewöhnt zusammen mit dem Menschen zu kommunizieren bzw. zu Jagen, sondern machen es durch ihre ursprüngliche Nutzung als z.B. Mäusejäger ganz alleine. Dies betrifft beispielsweise den Dackel, Pinscher und den Jack Russell Terrier. Diese Hunde sind sehr wagemutig und haben daher oft das Bedürfnis sich ohne Herrchen zu vergnügen.
Oft haben kleine Hunde einen im Verhältnis längeren Rücken. Dies kann bei starker Beanspruchung (Treppensteigen, Springen) zu Bandscheibenvorfällen führen. Auch Knieprobleme treten bei diesen Hunden vermehrt auf.

Aus der Sicht der Tierärztin:
Bitte gehen Sie nicht mit dem Herz auf die Suche nach einem Hund sondern erst einmal mit Verstand. Das Herz leidet so unglaublich viel, wenn man seinen Liebling zu früh (für einen immer zu früh) verliert. Im Schlimmsten Fall kann man sich vielleicht auch die Operation nicht mehr leisten und muss sich daher von seinem Freund verabschieden.
Überlegen Sie sich welche Anforderungen Sie an Ihren Gefährten stellen möchten. Es lässt sich nicht alles vereinen.
Ein großer Hund ist oft ruhiger und ausgeglichener. Er wird aber auch nicht überall mit hin können und selten bis ins hohe Alter sportlich aktiv bleiben. Wollen Sie Fahrradfahren, darf das der Hund erst wenn er ausgewachsen ist, bei einem großen Hund also erst zwischen 15 und 18 Monaten! Selbst dann muss die Fahrradtour so geplant werden, dass sie den Hund nicht überfordert. Was machen Sie, wenn nach einer halben Stunde Fahrradfahren an der Straße ihr Hund mit 35 kg Gewicht sich die Pfoten wund gelaufen hat? (Ist mir persönlich mit meinem Barsoi passiert.) Diesen Hund kann man nicht mal schnell in ein Körbchen heben, geschweige denn längere Zeit tragen.
Überlegen Sie sich auch wie viel Platz Sie in ihrem Auto, v.a. bei Wochenendausflügen usw. für ihren Hund haben. Kinder, Kinderwagen, Hundebox, Koffer und der Vierbeiner selbst…
Wollen Sie ihren Hund überall hin mitnehmen? Im Restaurant kann ein großer Hund
sicher ruhig und brav sein, was aber, wenn er keinen Platz unter dem Tisch findet. Ob er begeistert ist, wenn die Bedienung immer wieder über ihn drüber steigen muss? Sind Sie schon mal S- oder U-Bahn mit einem großen Hund gefahren? Wie wollen Sie es schaffen, dass niemand belästigt wird? Da reicht es oft schon aus, dass der Hund den Sitznachbarn mit seinem Fell berührt.
Denken Sie über Futter- und Medikamentenkosten nach. Was kosten Herztabletten für einen großen Hund, die Sie tagtäglich geben müssen?
Kann ein ganz kleiner Hund Ihren Ansprüchen genügen? Kann er Ihre sportlichen Aktivitäten mit Ihnen teilen?
Denken Sie daran, dass kleine Hund im Auto selten brav sitzen bleiben, sondern gerne von hinten nach vorne und wieder nach hintern springen. Ebenso sind sie in Ihrem Zuhause unterwegs.
Kommen Sie damit zurecht, wenn auf Ihren Spaziergängen Ihnen große Hunde entgegenkommen und Sie nicht wissen ob diese Ihren Hund „zu“ gerne haben.
Denken Sie über Fellpflege nach. Hat der Hund pflegeintensives Fell. Braucht er eine Schur? Muss er getrimmt werden? Auch hier entstehen fixe kosten. Hunde mit langem Fell am Bauch und an den Beinen müssen z.T. nach jedem Spaziergang gesäubert werden. Rüden riechen oft sehr streng an diesen Stellen.
Viele Hunderassen neigen allein durch ihr körperliches Erscheinungsbild bereits zu bestimmten Krankheiten. (Körpermasse, Rumpflänge, Winkelung der Gliedmaßen.) Lassen Sie sich darüber von Ihrem Tierarzt, gegebenenfalls auch vom Züchter beraten.
Viele Hunderassen neigen zu bestimmten Erkrankungen (genetische Prädispositionen). Informieren Sie sich vorab, nicht, dass das böse Erwachen kommt, wenn Sie bereits ihr Herz verschenkt haben. Ich weiß derzeit von zwei Schäferhunden bei denen im Alter von 18 Monaten bereits eine Hüftdysplasie festgestellt wurde und bereits Arthrose besteht. Hunde, die jetzt reif für die gemeinsamen Unternehmungen wären und nun nach der erfolgreichen Grunderziehung kein Sport mehr gemacht werden kann.
Aber Vorsicht, wenn Sie nun glauben, dass Sie der Weg nun zu den Mischlingen führt. Auch diese können alle Prädispositionen von Rassehunden tragen. Immerhin sind sie ja eine Mischung dieser. Ein Mischling muss nicht gesünder sein. Zudem: Können Sie bei einem Mischling immer die charakterlichen Eigenschaften voraussagen? Wissen Sie ob Jagd- oder vermehrter Arbeitstrieb (Hütehunde) durchschlägt? Besitzen Sie die Toleranz für das oft unvorhersehbare Erscheinungsbild einer Promenadenmischung?

Vielleicht waren Ihnen meine Zeilen zu aggressiv. Aber bei aller Hundeliebe, sie wollen doch den idealen liebenswerten Begleiter an Ihrer Seite. Eine Freundschaft die aufgrund geistiger und körperlicher Verfassung jahrelang hält!
Planen Sie, handeln Sie und Sie werden mit der größten Wahrscheinlichkeit viele wundervolle Jahre miteinander vor Ihnen haben.

Für mich ist der Whippet ein Hund, der in die heutige Zeit passt. Wir brauchen einen Hund, der die Hundehasser nicht noch mehr aufhetzt. Der sich den jetzigen Gegebenheiten anpassen kann.
Der gleichermaßen in der Stadt gehalten werden kann, sich im Park mit jedem Hund versteht und trotzdem Frauchen nie aus den Augen lässt.
Ein Hund, der auf dem Land frei laufen kann. Mit dem man bei ausreichendem Grundgehorsam im Wald spazieren gehen kann.
Der die körperliche Fitness zum Bergsteigen, Fahrradfahren, Inline-Skaten, Reiten usw. besitzt.
Der unproblematisch zur Arbeit, ins Restaurant, Hotel etc. mitgenommen werden kann.
Der sich gewöhnlich mit Kindern und allen Tieren versteht.
Der bei Schmuddel-Wetter gerne mal den ganzen Tag mit einem auf dem Sofa verschläft.
Der nicht stundenlang bewegt werden muss.
Dessen Pflegeaufwand im Monat vielleicht eine halbe Stunde ist.
Der nicht bellt oder beißt.
Der nicht mit harter Hand erzogen werden muss. Man kommuniziert mit leiser Stimme und oft reicht schon ein Blick.
Einem Hund bei dem bisher keine genetischen Prädispositionen für bestimmte Krankheiten festgestellt wurden und der gut und gerne 17 Jahre werden kann.
Etwas zum Nachdenken: Es gibt mittlerweile für viele geläufige Hunderassen Auffangstationen (Retriever in Not, Doggen in Not, Hilfsorganisation für Border Collies und andere). Über den DWZRV (Dt. Windhundzucht- und Rennverband) werden auch immer wieder Hunde angeboten (Windhundhilfe e.V., Windhunde in Not), oft werden in den Anzeigen Rennhunde aus Spanien vermittelt, die als Profis ausgedient haben. Einen Whippet findet man dort jedoch so gut wie nie.

Habe ich Sie jetzt vom Whippet überzeugt, muss ich Ihnen aber auch noch seine speziellen Ansprüchen nahe legen:

 

Der Whippet liebt die Wärme. Haben Sie einen Schwedenofen wird er sich genüsslich davor ausstrecken. Ansonsten wird er nicht ruhen, bis er bei Ihnen auf dem Sofa kuscheln darf oder Sie ihn mit ins Bett genommen haben. Das ist seine Schwäche.
Alternativ können Sie ihm weiche Plätze mit kuscheligen Decken bieten (Sitzsäcke, Sessel oder notfalls gut gepolsterte Körbchen).

Der Whippet ist schnell.
Lassen Sie ihn sprinten. Er liebt es hinter Frisbee-Scheiben her zu rasen. Er speedet auch gerne mit anderen Hunden, die aber leider oft aufgeben oder sogar grantig werden, weil der Whippet sie immer im „Regen“ stehen lässt.

Windhunde lieben Windhunde. Sie kommunizieren in gleicher Weise.

Der Whippet ist ein Jagdhund. Als Sichtjäger wird er selten eine Fährte suchen, dennoch gilt wie für jeden anderen Hund: Lassen Sie Ihren Hund in einem Umkreis von ca. 10 bis 15 m – je nach Grundgehorsam – um Sie laufen. Ich halte nichts von Leinenzwang. Er tut dem Vertrauensverhältnis von Besitzer und Hund nicht gut und zudem ist er normalerweise nicht nötig. Arbeiten Sie an Ihrer Beziehung zu Ihrem Hund, beschäftigen Sie ihn körperlich und geistig und Ihr Vierbeiner wird in beschriebener Nähe zu Ihnen bleiben und jederzeit abrufbereit sein.

Ein Whippet liebt weder Kälte, Wind noch Regen. Sicherlich wird er hnen trotzdem jederzeit folgen, aber Sie sollten wissen, dass er nicht stundenlang draußen oder im Auto bei niedrigen Temperaturen verharren kann. Wenn Sie kein Freund von „Mäntelchen“ sind, können Sie gerne darauf verzichten, muss Ihr Hund aber wie gesagt nach der Unternehmung noch länger auf Sie warten, ist die Bekleidung oder eine Box mit kuscheligen Hundedecken sicher von Vorteil.

Ein letztes Wort zu einer Eigenschaft, die mich mitunter wahnsinnig macht. Der Whippet ist eine diebische Elster. Einmal verstanden wo in der Küche Essen offen steht, wird er nichts unversucht lassen, es Ihnen zu stehlen. Da helfen keine Erziehungsmethoden. In den seltensten Fällen werden Sie ihn in flagranti erwischen. Vielmehr werden Sie verblüfft vor dem leeren Teller oder Topf stehen und dann langsam erahnen können, wer dahinter stecken mag und warum Ihnen Ihr Whippet gerade an der Haustür so kauend entgegen kam. Der Whippet ist raffiniert und schnell. Unsere öffnen in gekonnter Weise Wohnzimmerschubladen und durchforsten sie nach Keksen und Schokolade. Letzteres ist der totale Renner. Gesundheitsschädigend, aber dennoch das angesagteste Diebesgut eines Whippets. Da nützt es auch nichts, dass Schokoladennikoläuse oder Ostereier an sich eingepackt sind, diese Zeit nimmt sich der Whippet gerne, wenn er sein Ziel vor Augen hat.

Der Whippet will nicht mit harter Hand erzogen werden. Er braucht und will es nicht, weil er dafür zu sensibel ist. Mein erster Whippet war im Welpenkurs weiter als alle Anderen. Er wird für Sie alles tun und lernt sehr schnell. Aber ermüden Sie ihn nicht mit immergleichen Befehlen und Abfolgen. Er liebt die Abwechslung und die Leichtigkeit im Umgang miteinander. Gleiches gilt auch für Agility und andere Aktivitäten. Ein Whippet hat oft schneller verstanden als ein anderer Hund. Neigen Sie aber trotzdem nicht dazu ihn zu überfordern, er würde sich dann zurückziehen und kann ihnen nicht mehr das Vertrauen entgegenbringen, dass er Ihnen sonst vorbehaltslos schenkt.


Der Hund 2007 ist ein Hund, der sich anpasst, freudig und nicht aggressiv ist.
Er ist ein Hund der individuell ist wie wir alle.
Er wird nicht jedermann gefallen, aber er besitzt Charakter und besticht durch sein Wesen und seine elegante Erscheinung.
Er ist gesund und bereitet uns Freude bis ins hohe Alter.
Er lässt sich mit unseren Bedürfnissen in der heutigen Zeit problemlos vereinen.
Er ist ein Freund, der uns die Wünsche von den Augen abliest und keine Mühe scheuen wird sie für uns zu verwirklichen.





Unser Zuchtziel

Unser „Slogan“ ist frech gewählt und heißt:

Schneller – schöner – weiter

Die Windhunde sind die schnellsten Hunde der Welt, in der Relation zu seiner Körpergröße ist der Whippet der schnellste Hund überhaupt. Das soll auch so bleiben.
Auch wenn ich nicht persönlich hinter dem Rennsport stehe, sollte der Whippet die anatomische Voraussetzung und die körperliche Fitness zum Rennen haben. Der Whippet soll nicht durch hervorstehende Knochen sondern durch seinen wohlproportionierten muskulösen Körper auffallen.
Neben einer hervorragenden Gesundheit erwarte ich von einem Whippet, dass er optisch anspricht. Farbgebung ist Geschmackssache, aber ein typvoller Kopf und ein harmonischer Körper mit schönem Haarkleid Grundvoraussetzung. Auch wenn ich nicht jedem Chamionat nachlaufe, so haben meine Hunde auf den Ausstellungen durchwegs die beste Bewertung bekommen und konnten auch mit Siegen glänzen.
Manche Hunde und Besitzer sind für das Ausstellungswesen geboren, manche sehnen sich mehr nach anderen Aufgaben. Für mich ist mit der Körung meiner Hund vorerst das Ziel erreicht.
“Weiter“, das steht für mich für weiter denken. Wie bereits erwähnt, gibt es für mich höhere Ansprüche die ich an meinen Whippet richte.
Mein Ziel ist es mit dem Vorurteil gegenüber Windhunden aufzuräumen.
Meine Hunde haben am Schäferhundverein ihren Grundgehorsam erlernt. Sie haben alle die offizielle Begleithundprüfung bestanden.
Mit allen konnte ich auf Agility-Tunieren Pokale ergattern.
Ich möchte mit meinen Windhunden in der Goldi-, Labrador- und Border-Welt mitmischen und auch gerne einmal glänzen.
Je nach Neigung des einzelnen Hundes können seine individuellen Fähigkeiten verbessert und hervorgehoben werden.
Unser Windspiel Scampolo hat eine unglaubliche Nase und ist für die Fährtenarbeit geeignet.
Unsere Whippethündin Fancy ist auf dem Parcours mit fast unschlagbarer Geschwindigkeit unterwegs und
unser Whippetrüde Timon springt so hoch über die Hindernisse wie sonst fast keiner.

Unser Zuchtziel ist es den heutigen Ansprüchen an Hund und Besitzer gerecht zu werden.